Neue Abläufe zu generieren ist gar nicht so einfach und unter Druck für viele von uns fast unmöglich. Aber genau das wird von uns momentan erwartet. Viele von uns sind mental und emotional am Anschlag, denn die gewohnte Sicherheit ist in den vergangenen Tagen mehr und mehr flöten gegangen.

Routinen

Aufstehen, Zähne putzen, Kaffee trinken, zur Arbeit gehen. So oder ähnlich kennt jeder von uns unzählige Abläufe im täglichen Leben. Routinen. Abläufe, die wie allein vonstattengehen. Manche sind produktiv, andere eher weniger. Gemeinsam haben all diese Routinen, dass sie uns Orientierung und Sicherheit geben. Sicherheit. Das ist unser aller essenzielles Bedürfnis.

Die erste Reaktion

Gewollte Veränderung planen wir. Unser Intellekt ist dabei die treibende Kraft. Auf ungewollte Veränderungen reagieren wir und das tun wir entsprechend unseres Naturells, genannt Prakriti. Die Reaktionen reichen von Verständnis, Angst, Frustration und Zorn, bis zu Ignoranz, Depression und Rebellion.

Unser Prakriti setzt sich zusammen aus unseren physischen, mentalen und emotionalen Konditionierungen. Manche davon veranlagt (mitgebracht), andere erworben, alle aber bewusst oder unbewusst durch uns gepflegt. In Jyotisha findet unser Prakriti Ausdruck im Aszendenten unseres Horoskops. In Hasta Sāmudrika im Handteller unserer Hände.

Jeder von uns kennt sein eigenes Naturell, denn wir wissen alle wie unsere erste, spontane Reaktion auf Herausforderungen ausfällt. Wer sich seines Prakritis nicht sicher ist, hat dieser Tage genug Test-Optionen. Home-Office, Kinderbetreuung, soziale Abstandsregeln, geschlossene Freizeiteinrichtungen und zu allem Überfluss ein Mangel an Toilettenpapier.

Unsere Abläufe und damit unser Sicherheitsgefühl sind im Krisenmodus massiv gestört. Jeder von uns reagiert und wir tun das alle gemäß unseres Prakriti. Soweit so gut. Passen wir allerdings nicht auf, dann bleiben wir im Modus unserer Konditionierungen hängen. Befürchtungen kommen auf, Rastlosigkeit greift um sich, unser Fokus geht verloren und jede neue Veränderung und Nachricht erhöht unseren Stresslevel. Früher oder später erleben wir dann alles durch eine Brille der Angst und Überforderung. Erstaunlich ist das nicht, nötig aber auch nicht.

Es geht auch anders

Unsere Fähigkeiten als Mensch sind andere. Wir können inspiriert sein und kreativ. Neben unserem Naturell verfügen wir über unseren Intellekt: unser Instrument für bewusste Entscheidungen. Unsere Gedanken richten unsere Sinne aus und fördern unsere Emotionen. Verstanden? Sicher? Nochmal langsam: Unsere Gedanken richten unsere Sinne aus und fördern unsere Emotionen. Wir können jederzeit intervenieren, unsere Gedankenmuster überprüfen und bei Bedarf korrigieren. Wenn alles in gewohnten Bahnen läuft, machen wir davon kaum Gebrauch. Entsprechend ungelenk fühlt es sich an, wenn wir diese Fähigkeit in Krisenzeiten nutzen möchten.

Zum Warmlaufen hier eine kleine, aber wertvolle Übung für Dich in vier Schritten:

  1. Nimm Dir einen Moment Zeit und überlege Dir, welche Situation Du anstrebst.
  2. Jetzt betrachte die Gedanken, die Dich derzeit begleiten und frage Dich, ob diese in der Lage sind Dich dahin zu führen, wo Du hin möchtest. Denn diese Gedanken, die Du hast, werden in der Folgezeit Deine Sinne ausrichten, Emotionen stimulieren und Deine Aufmerksamkeit binden.
  3. Nun überlege, was Deine Aufmerksamkeit heute in Anspruch nimmt und wie Du Dich dabei fühlst. Das gibt Dir Einsicht, welche Gedanken Du gestern favorisiert und gepflegt hast.
  4. Überprüfe erneut Deine heutigen Gedanken, diesmal in dem Wissen, dass Du mit diesen Dein morgiges Erleben einläutest und den Weg zu deinen Zielen ebnest oder verbaust.

Mit dieser Übung veränderst Du nicht welche Kompromisse die derzeitige Krise von Dir verlangt. Was Du damit änderst ist Dein Modus. Du schaltest um. Von konditionierter Reaktion auf fokussierte Aktion. Dadurch gewinnst Du Sicherheit und wirst zur Inspiration für die Menschen in Deiner Umgebung.

Viel Freude dabei!